Früher lag der Fokus meiner Theaterarbeit mehr auf Bühnenästhetik und darauf, was der einzelne Spieler theatertechnisch leisten kann. Mittlerweile liegt mir mehr die Wahrnehmungs- und die Entwicklungsfähigkeit seiner Spielerpersönlichkeit am Herzen. Mehr vom Ergebnis des Spiels hin zum Erlebnis des Spiels.

Die Einübung in Achtsamkeit, also die Fähigkeit zur nicht-bewertenden Selbstbeobachtung während der Improvisation nimmt einen immer größeren Raum ein. So kann der einzelne Spieler, ausgehend von seiner augenblicklichen persönlichen Befindlichkeit (Lebendigkeit), seine Gefühle, Ausdrucks- und Handlungsimpulse in der jeweiligen Rolle wahrnehmen, etwaige Störungen oder innere Blockierungen aufspüren, eigene stereotype Verhaltensmuster im Zusammenspiel (Kommunikation) mit den Mitspielern erkennen und dies alles im Zuge eines spielerischen Erkenntnisprozesses durch Ausprobieren auflösen.

Damit bringt jede Improvisation dem Spieler einen Erfahrungsgewinn, einen Genuss an der Erweiterung seiner „inneren Welten“ und jede Menge Spaß am Theaterspielen. Zugleich zielt die Arbeit auch darauf ab, dies einem interessierten Publikum zum Miterleben anzubieten.